Münstedt


 

Münstedter Geschichte:

(nach Bernd Meyer)

Die Ortschaft Münstedt blickt auf ein über 800-jähriges Bestehen zurück. Nach der ältesten noch existierenden Urkunde erteilte Bischof Adelog von Hildesheim am 26. Juni 1189 seine Genehmigung zum Bau einer Kapelle in Oberg bei gleichzeitiger Herauslösung der Ortschaft aus der Mutterkirche Münstedt.

 

Allenfalls die Ableitung des Ortsnamens aus dem Begriff "Mundat" weist nach Matthäi´s Peiner Namenskunde von 1987 auf eine wesentlich ältere Gründung hin, danach kann dieses mit "gefreiter Bezirk" gedeutet werden und datiert aus der Zeit vor 800. Hierzu passt auch, dass in einer Zeit, als in sächsischen Landen die königliche Grafschaftsverfassung etabliert wurde, die Münstedter als freie und königliche Wikbildsleute ihren Gografen selber wählten, ihre eigene Gerichtsbarkeit besaßen und pflegten und bei den Streitigkeiten zu deren Abschaffung Mitte des 18. Jahrhunderts sogar das Reichsrecht zu Wetzlar bemühten.

 

Die recht breiten Münstedter Durchgangsstraßen zeugen von der verkehrsgeschichtlichen Bedeutung früherer Jahre. Die bei Straßenarbeiten gefundenen Bohlen und Knüppel sind Belege für die alten Heerstraßen, die sich hier kreuzten (im Nord-Süd-Verlauf von Celle zur Kaiserstadt Goslar und im West-Ost-Verlauf der nördliche Arm des alten Hellweges Aachen-Köln-Hildesheim-Braunschweig-Magdeburg).

 

Die recht exponierte Lage des Dorfes an der Grenze zweier Herrschaftsbereiche, nämlich dem Braunschweigischen einerseits und den Hildesheimern andererseits, bescherte dem Ort eine wechselvolle Geschichte mit Überfällen, Raub und Brandschatzungen. Da half auch der bereits im zwölften Jahrhundert errichtete Kirchturm nicht immer, der auf Grund seiner massiven Bauausführung zugleich als Wehrturm diente. So stahlen z.B. Pfingsten 1519 die marodierenden Horden des Herzogs Heinrich von Wolfenbüttel während der Hildesheimer Stiftsfehde die Münstedter Kirchenglocken und als Tilly im dreißigjährigen Krieg 1626 auf der langen Wiese zwischen Münstedt, Klein und Groß Lafferde sein Feldlager aufschlug, kamen die Dörfer ebenfalls nicht ungeschoren davon.

 

Dank Unterstützung durch Bischof Siegfried II. von Hildesheim entstand Anfang des 14. Jahrhunderts neben dem vorhandenen alten Wikbild ein neues Weichbild (altes Dorf/neues Dorf). Neben den Wikbildsleuten siedelten sich im Laufe der Zeit Flachsbauern, Spinner, Leinwandweber und andere Handwerker an. Das Niedersächsische Haupt-Staatsarchiv verzeichnet für 1790 beträchtliche Mengen Leinwand, die in Münstedt aus Leingarn gesponnen wurden und über Braunschweiger Großhändler bis nach England verkauft wurden.

 

Heute ist Münstedt ein Dorf mit rund 1000 Einwohnern, das sich neben einigen wenigen Landwirten und Handwerksbetrieben im Schnittpunkt der Städte Peine - Braunschweig - Salzgitter - Hildesheim zu einem reinen Wohnort entwickelt hat. Die Einwohner blicken stolz auf ihre Geschichte zurück und tagen, damals wie heute, seit 1618 jährlich zu Fastnacht beim Wikbildgericht.

 


Veranstaltungen

29.11.2014
Weihnachtsmarkt am DGH Münstedt
Weihnachtsmarkt am Dorfgemeinschaftshaus Münstedt organisiert vom Ortsrat Münstedt [mehr]
 
03.12.2014
Weihnachtsfeier Seniorenkreis Münstedt
Weihnachtsfeier Seniorenkreis Münstedt [mehr]
 
04.12.2014
Weihnachtsfeier Landfrauen Münstedt
Weihnachtsfeier der Landfrauen Münstedt [mehr]
 
10.12.2014
Jahresabschlussfeier Sozialverband Münstedt
Jahresabschlussfeier des Sozialverbands Münstedt [mehr]
 
21.12.2014
Weihnachtsfeier TSV Münstedt
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